Samstag, 19. April 2014

Verlustangst




Und auch wenn ich keine Ahnung habe, ob du mich jemals wieder bedacht hast, ob du dich jemals wieder nach dem Duft dieser süßen Nacht sehntest, liebe ich dich blind weiter. Fast alles ist genau so, wie es damals war, hinzu gekommen war nur der Schmerz und die Angst darüber, dich nun zu verlieren.
Jetzt gleitest du mir aus den Händen. Hat dich diese eine Berührung nicht so sehr gefesselt, wie mich? Du bist irgendwo anders - sitzt wahrscheinlich gerade in einem Café und sonnst dich, erholst dich von den letzten Ostereinkäufen. Wahrscheinlich hast du mich bereits vergessen. Wahrscheinlich hast du mich schon vor acht Wochen vergessen, wahrscheinlich sofort, als du mir lächelnd in die Augen sahst und mir versprochen hast, wir würden uns wieder sehen. Doch hast du mich dann geküsst, als wäre das alles so wahr, wie das Licht der Sonne - so, wie wir begonnen haben - mit der Sonne. Nun wünsche ich mir dich zurück - hier, ganz nah bei mir. Doch du meldest dich nicht, irgendwo ganz weit weg betest du vielleicht sogar schon eine andere an. Tust du es genauso, wie mit mir? Siehst du sie mit dem gleichen Glanz in deinen braunen Augen an?
Ich will nicht daran denken, wie es sein könnte, würde ich eine andere Frau an deiner Seite sehen. Ich versuche die Schönheit vergangener Nächte zu verdrängen; versuche zu vergessen, wie es war, dich nach langer Zeit wieder zu küssen; versuche Gefühle abzuschalten, um mich zu schützen - vor dir. In all der Zeit dachte ich, du wärst anders, als all die anderen.
Doch weißt du dann wohl selbst nicht, wie es ist, einen Geliebten Menschen zu verlieren, ohne es wirklich zu wissen. Du wendest dich mir ab, brichst all deine Versprechen. Nun ist alles nichtig, jedes Wort ist eine Lüge - das was als Wahrheit schien, ist nun alles eine Lüge. Bist du selbst die Lüge, oder waren wir zusammen eine Lüge?
Das dumme Mädchen in mir hofft noch immer, dass du zurück kehrst - zurück zu mir. Drum hör jetzt auf zu spielen, sieh mir in die Augen, und sag mir, was zwischen uns schief gelaufen ist. Lass mich nicht einfach stehen, als wäre nie etwas zwischen uns gewesen. Für mich war das alles mehr, vielleicht sogar zu viel. Doch warst du immer der, der mich von der ersten bis zur letzten Sekunde verhext hat.


M.
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