Freitag, 30. Dezember 2016

Liebesbrief zum Jahresende.

Geliebter...

2016 zählt seine letzten Stunden. Und ich starre auf den Bildschirm, in der Hoffnung ich könnte für einen so großartigen Menschen wie Dich die richtigen Worte finden. Einen Menschen, der so wichtig für mich und mein Leben war, um zu wissen, wie süß die Luft schmecken kann, wenn man wirklich lebt. Ich hoffe die richtigen Formulierungen zu finden, um Dir zu danken, um Dir zu sagen, wie lieb ich Dich gewonnen habe, versetzt mit einem Tropfen Wehmut, weil ich auch so Angst habe, Dich zu verlieren. Angst, dass ich nach diesem Brief vielleicht nie wieder etwas von Dir hören werde, weil du hieraus alles sehen kannst, was ich mich vielleicht nie getraut habe, dir so zu sagen.
Das Jahr ist vorüber - und nicht nur das Jahr, wie mir scheint. Viel bedeutsamer ist, dass unsere gemeinsame Zeit vorüber ist. Fast drei Jahre kennen wir uns. Drei Jahre, in denen ich mich nie lebendiger gefühlt habe, wie mit Dir zusammen. Du hast das Mädchen in mir kennen gelernt, von dem ich glaubte, dass es das gar nicht geben würde: das Mädchen, dass zu Hause ausbricht, verrückt wird, um Dich zu sehen - und dazu gehört es wohl auch, dass ich ohne eine Minute Schlaf morgens um vier in den Zug gestiegen bin, nur weil ich diese Gelegenheit nicht verpassen wollte, um Dich zu sehen. Das war letztes Jahr am 13. November,
Mir dir hätte ich wohl jeden Schritt gehen können. Mit Dir war ich unglaublich stark. Du warst mein Anker, wann immer ich mal dachte, es geht nicht mehr. Mit einem Lächeln hast du mir gesagt: "Es ist alles gut, Schnulli", und sofort musste ich grinsen. Mit Dir hat sich das Leben leichter gelebt.
Ich wusste, dass es weh tun würde - wenn du nicht mehr da bist. Aber jetzt, wo es so ist, fühlt es sich an, als hätte man mir das Herz aus der Brust gerissen. Jetzt, wo du nicht mehr da bist ist mein ewiger Winter eingebrochen - es ist kalt, leer und grau. Und ich vermisse Dich, ganz egal wo ich bin oder was ich tue. Ohne Dich lebt es sich schwerer, zumindest in dieser jetzigen Situation. Und ich weiß einfach noch nicht, wie ich mich wieder aufrichten soll, um meinen Weg weiter zu gehen. Doch ganz egal, eines ist sicher: Diesen Weg werde ich allein gehen müssen - ohne Dich.
Ich kann von hier aus sehen, wie du die Augen verdrehst und den Kopf schüttelst, mich am liebsten rütteln würdest, um es mir leichter zu machen. Aber im Moment tut es einfach wirklich nur weh.
2016 zählt seine letzten Stunden. Und ich weiß, dass es auch meine letzten Stunden sein sollten, in denen ich so um dich trauere. Weil ich weiß, dass du willst, dass ich alles in meiner Macht stehende tue, um glücklich zu werden. Die letzten Stunden eines Jahres - aber irgendwie habe ich mir das alles anders vorgestellt. Und irgendwie kann ich mir das alles noch gar nicht ohne Dich vorstellen. Aber ich wünsche mir für einen so tollen Mann wie Dich, dass du immer glücklich bist. Bitte bleib immer so warmherzig und einfühlsam. Behalte deinen starken Charakter und sei glücklich.


In Liebe.

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Opfergaben.

Und wenn Sie dann wieder da ist, diese (schein)heilige Zeit der Familie, des Friedens und des vergebens - diese Zeit von Liebe und Dank... Genau dann geht meine Welt wieder in Flammen auf, wenn ich merke, wie weit wir voneinander entfernt sind. Ich brenne in dem Wissen, Dich nicht mehr sehen zu können, Dich nicht mehr an meinem Leben teil haben zu lassen. Jedes Jahr brenne ich zur Weihnachtszeit, weil das einsam sein unerträglich für mich scheint.
Noch immer schlägt mein Herz in dem Takt, den du mir beigebracht hast. Der Takt, der mich hat leben lassen - so richtig, und vor allem: mit Leidenschaft. Auch wenn ich weiß, dass DEIN Takt nicht der meine sein kann. Und wenn ich noch tausendfach weiß, dass es nicht sein soll, liebe ich Dich, als wärst du meine Erde. Doch haben wir nicht gelernt, dass es falsch ist, wenn eine Liebe der Mittelpunkt der Welt, unseres Lebens wird? Trotzdem fühlt es sich an, als würde ich sterben, wenn ich auch nur daran denke, deinen Einfluss nicht erfahren zu haben. Nicht zu wissen, wie wunderbar das Leben sein kann - wunderbar und leicht. Ich dachte es würde ewig halten. Doch dass nichts für immer ist, hast du mir schmerzlich gezeigt. Plötzlich hast du mir den Boden unter den Füßen weg gerissen, und ich wusste nicht, wie lange es so weh tun würde, als hättest du mich gerade erst verlassen. Unsere Wege haben sich getrennt. Und trotzdem frage ich mich, ob es nicht doch noch eine Chance geben könnte - eine NEUE Zeit für uns - uns und unsere Liebe.
Und dann ist es in dieser Scheißzeit einfach so hart, dass ich Halt brauche, einen Freund, der mich hält, weil er so dankbar ist, dass ich ihm Halt geboten habe. Kennst Du das, wenn du Dich für einen guten Freund so aufopferst, Zeit und Kraft investierst, und nichts anderes zurück bekommst, als "Tut mir leid, schaff ich nicht" oder "Das bekomme ich zeitlich wohl nicht unter"? Richtig - tausendfache Zurückweisungen. Kann das dann wirklich Freundschaft sein? Freundschaft ist doch letztlich auch eine besondere Form der Liebe. Wahre Freunde sind füreinander da, flüchten nicht voreinander. Tagelang bist du für deinen Freund da, hilfst ihm, über seinen Kummer hinweg zu kommen, stehst dabei Tag und Nacht auf Abruf bereit, Und wenn es Dir dann schlecht geht, ist das alles plötzlich nicht mehr wichtig. Ist DAS die Freundschaft von heute - auf einseitiger Liebe beruhend? Können wir dann nicht gleich in die Badewanne mit Egoismus steigen? Wozu suchen wir vertraute Seelen, Verbündete, wenn wir nichts zurück bekommen?