Montag, 16. März 2015

Heute wie Früher

Was einst mal war, ist immer noch. Du hast immer noch die gleiche Wirkung auf mich. Bringst mich dazu, die verrücktesten Dinge zu tun, die meine Erziehung im Regelfall strikt ablehnen. Auf einmal werfe ich wieder alles über den Haufen, ziehe mich komplett kopflos um, renne zum Auto, um die Bahn zu Dir nicht zu verpassen. Eigentlich bin ich total ausgelaugt vom Tag, meine Haare liegen nicht, geschminkt bin ich auch nicht. Doch das alles stört mich nicht. In der Bahn habe ich genug Zeit, um mich fertig zu machen - Und wenn du nur wüsstest, wie schwer es ist, einen vernünftigen Lidstrich zu ziehen, wenn um dich herum alles wackelt.
Und wenn ich fertig bin, sitze ich nur noch auf heißen Kohlen. Ich weiß nicht, wie ich mir die Zeit angenehmer gestalten kann. Doch mein inneres bebt, vor lauter Vorfreude, Nervosität und Glück, einen so wunderbaren Menschen wie dich wieder zu sehen. Meine Mundwinkel fangen an zu krampfen, und ich bemerke, dass ich nicht aufhören kann, wie ein Honigkuchenpferd zu grinsen. Noch während ich die letzten Schritte von der U-Bahn herauf wage, höre ich mein Herz lauter schlagen. Du kommst mir bereits entgegen gelaufen. Und du siehst immer noch genau so gut aus, wie vor einem halben Jahr. Und es gefällt mir, wenn du mir leise sagst: "Hübsch siehst du aus".
Ja, das Klima ist genau so, wie es früher schon war. Kaum zu glauben, wie gut wir uns kennen, obwohl wir uns nur so wenig gesehen haben. Wir fühlen uns, als würden wir uns seit Jahren schon kennen.
Wenn wir auf der Couch sitzen, und reden, fällt es mir gar nicht auf, wie schnell die Zeit vergeht, dass es hinter den Vorhängen bereits hell wird. Das alles ist egal - ich will mehr von dir, mehr mit dir erleben, mehr mit dir sein. Wenn ich bei dir bin, kann ich alles vergessen. Weder Zeit und Raum sind von Bedeutung, oder das, was morgen ist. Was zählt, ist unser Moment. Wir haben gewusst, dass uns allein diese Nacht gehört, wenn auch nur für ein paar Stunden. Doch wir leben sie, als wenn es keinen nächsten Tag mehr gäbe. Du hast mir wieder gezeigt, was Leben eigentlich ist, wie schwerelos Genuss sein kann - wie schwerelos und leicht wir sein können.
Und wenn ich gehe, ist es so, als hätte ich Heimweh, und trotzdem bin ich so glücklich, dich wieder einmal geküsst zu haben, mit dir geredet zu haben. Ich will weinen und lachen gleichzeitig. ich will nicht mehr auf dich verzichten, dich nie wieder missen möchten. Denn du zeigst mir immer wieder das, was ich bin. Denn du kennst mich besser als ich mich selbst. Du weißt, wie du auf mich wirkst und schaffst es, die richtigen Knöpfe zu drücken. Ich will nicht - nicht von dir weg, nicht nach Hause, wenn ich mich doch bei dir so sehr zu Hause fühle. Du lässt mich nicht allein. Du schaffst Nähe, Vertrauen, Geborgenheit - all das, was mich so fühlen lässt, als wärst du mein Zuhause.







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