Samstag, 20. Februar 2016

Kennenlernen.

Vertrauen entsteht nicht einfach - Vertrauen verdient man sich. Dass wir uns erstmals begegnet sind, ist nun zwei Jahre her. Vor zwei Jahren sind wir zum ersten Mal nervös zum Treffpunkt gekommen, und waren sofort beruhigt, als wir erstmals einander lächeln gesehen haben und uns mit einer herzlichen Umarmung begrüßt haben. Das sind sie - die ersten Momente liebreizender Begegnungen, die das Leben so wertvoll machen. Momente, in denen wir vergessen - unsere Probleme und unsere Sorgen, die uns im alltäglichen Leben begegnen. Und vielleicht vergessen wir sogar für eine kleine Weile uns selbst.

Wo beginnt also die Tiefe einer derartigen Bekanntschaft, wo wir uns selbst vergessen? An welchem Punkt des Vertrauens befinden wir uns, wenn wir uns erstmals selbst vergessen können? Können wir uns selbst noch wehren?

Wo also bin ich stecken geblieben - an welchem Punkt habe ich mich selbst verloren - die Kontrolle darüber, zu entscheiden, zu lieben, oder nicht. Kann man entscheiden, zu lieben?

In der Vielzahl unserer Begegnungen warst du immer nachträglich in meinem Kopf, in all meinen Sinnen. Leben fühlt sich leichter an, wenn du da bist. Leben ist schwereloser. Wir haben uns kennen gelernt - von Mal zu Mal kennen wir uns besser. Vor allem kennst du mich besser, weißt, wie ich mich fühle, ohne es ausgesprochen zu haben. Du bist wie Balsam für meine kleine empfindliche Seele. Lässt mich fühlen, wie ich nie fühlen konnte, wie ich es nie zugelassen hatte. Du gibst mir die Sicherheit, dass dein Kätzchen bei dir immer voller Zufriedenheit schnurren kann, gibst mir Halt und Wärme - bist immer da, zu jeder Zeit. Deine Hände streicheln meinen Körper, deine Worte meinen Geist.

Und dann will ich nimmer mehr aufstehen. Dem Schutz nicht entweichen, den du mir gegeben hast. Der Liebe nicht entweichen, der Fähigkeit, zu fühlen, nicht schon wieder entsagen, um dann in ein paar Wochen oder Monaten wieder neu anzufangen.

Ich will Dich kennen lernen, jeden Tag aufs neue.



S.

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